Auszug aus dem aktuellen SWISSMASTER vom Sonntag, den 23. September 2018

Die Lehman-Pleite 2008 war der entscheidende Nagel, der die damalige Immobilienblase platzen liess. Dieser Urknall führte zu einem massiven Vertrauensverlust in das globale Bankensystem und machte Cash zum Kostbarsten, weil sichersten Gut. Die Notenbanken wurden zu Schutzpatronen der Kapitalmärkte. Die „Whatever it takes“-Rede von Draghi 2012 war so etwas wie das Hochamt der Geldpolitik. Alle Finanzsorgen wurden mit Tiefst-Zinsen betäubt und dann in sintflutartiger Liquiditätsversorgung ersäuft. Der Preis war die Abschaffung der Markt- und Einführung der Planwirtschaft an den Zinsmärkten. Doch für die „alternativlose“ Rettung des Finanzsystems wurde dieser Preis gerne bezahlt. Das Niedrigzinsumfeld und die Liquiditätsschwemme haben neue Finanzblasen geschaffen. Die Immobilienpreise in Europa/USA gleichen denen von vor 10 Jahren. Die Mutter aller Anlageblasen ist aber die Anleiheblase als Gegenstück der Schuldenblase. Obwohl die Verschuldung heute dramatisch höher als vor der Finanzkrise ist, sind die Zinsen völlig bonitätsfremd deutlich niedriger. Dies ist die beste Zusammensetzung für einen Crash am Obligationenmarkt mit allen seinen Auswirkungen auf die übrigen Märkte.

forex-master: USD/CHF gestaffelt um 0.9500/0.9450 kaufen und um 0.9650 bzw. neu Best Case 0.9850 verkaufen. EUR/USD um 1.1550/1.1500 kaufen und um 1.1750 bzw. 1.1850 verkaufen. Das Jo-Jo-Spiel hält noch etwas an. Der Schlüssel-Signalgeber liegt beim EURUSD. Die nächste Woche (vor allem nach dem Zinstreffen US-Notenbank am Mittwoch) genau beobachten. Die Schaltstelle steht beim EUR/USD um 1.1850. Der EUR/CHF steht auch mit Gegenbewegungen in den nächsten Monaten in Richtung 1.1000/1.0800. Dort wird wohl die SNB eingreifen, wie schon 2015-2017. Brasilien wählt am 7. Oktober 2018. BRL/CHF auf Allzeittief, noch kein Ende in Sicht. Vorsicht.

asset-master: Nächste Woche wird das Zinstreffen der US-Notenbank zum Schlüsselereignis vom Monat. Und zwar nicht weil die Leitzinsen erhöht werden, sondern weil erstmals seit Quartalen die US-Notenbank den Ausblick auf weitere Zinserhöhungen moderater ansetzen könnte. Dies vermuten Wallstreet-Experten hinter dem Finanzvorhang. Die ganze Finanzgemeinde ist heute wie noch nie gesehen einseitig long USD-Zinsen positioniert. Was passiert wohl, wenn alle das Marktspiel aus Stop-Loss-Gründen drehen müssen (Margin Call)? Die Betonung liegt auf: „Wenn“. Den Rohstoffen steht eine segensreiche Zeit 2019 bevor. Der Grund liegt im 7-Jahreszyklus des USD.

Wichtige Termine:
24.09.2018 D Ifo-Geschäftsklimaindex
25.09.2018 USA Verbrauchervertrauen
26.09.2018 USA Absatz neuer Eigenheime
26.09.2018 USA Zinstreffen US-Notenbank
27.09.2018 D Konsumklimaindex
27.09.2018 Euro Verbrauchervertrauen
28.09.2018 USA Chicago Einkaufsmanagerindex
30.09.2018 SWISSMASTER mit Monatsschlusskursen